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NEWS

Saturday
Mar242018

Die Krux mit den Lenzen

2018/03/24

Manchmal fühle ich mich alt.
Zum Beispiel wenn sich auf meinem Computer der neue Ordner «Leistungstest 2018» zu seinen Freunden mit den Nummer 2009 bis 2017 gesellt.
Oder wenn ich mich, aus welchen Gründen auch immer, an die Junioren-Testläufe im Jura erinnere und feststelle, dass die bereits ein Jahrzehnt in der Vergangenheit liegen.
Oder wenn mich auf der Strasse schon die Jugendlichen siezen und ich danach auf dem Markt frische Rüebli mit Kraut einkaufen gehe und einen Blumenstrauss, schliesslich will man es ja schön haben zuhause und Spargeln gibt es auch zum Znacht.
Oder wenn ich mit meinen Freunden über Abzüge in der Steuererklärung, den besten Ort für Hochzeiten und die Suche nach dem perfekten Schokoladenkuchenrezept diskutiere.

Ich weiss nicht so recht, ob ich einfach stolz sein soll darauf, nicht mehr so blutjung zu sein, andererseits, wer will schon zum alten Eisen gehören?
In solchen sentimentalen Phasen sage ich mir dann jeweils: «Julia, jetzt jammere nicht so. Es gibt genug zu tun, deine Beine in Schuss zu halten und Eisen, das kann ja nicht schaden, von dem hast du sowieso immer mal wieder zu wenig.»

Also los geht’s!
Und wenn ich auf die letzten Wochen zurückschaue, muss ich sagen, gleich im Schaukelstuhl mit Pantoffeln an den Füssen bin ich noch nicht gelandet.

Ich war im MOC-Sprintcamp in der Nähe von Barcelona. Es war kalt, sehr kalt aber die Sprints waren richtig toll und ich konnte sogar einen Sieg verbuchen (im Knock-Out Sprint, der neuesten aller OL-Disziplinen, so alt und unflexibel bin ich vielleicht doch nicht).

Dann war ich auch im Süden von Spanien, an der Wärme (dachten wir zumindest, es war dann eher eine nasse Angelegenheit, dieses Wetter). Aber die Trainings in den Küstenwäldern von Barbate und Huelva waren wirklich fordernd und ich konnte an meiner Technik schleifen.

Und natürlich trainierte ich auch im Tessin.
Dazu so viel: Steil isch geil, nass ist kalt und Nebel ist weiss.

Zu meinen 26 Lenzen kommt nun also der 27. dazu und ehrlich, ich freue mich, dass er endlich da ist!
Heute Abend steige ich an der Nacht-SM in die Wettkampfsaison ein und nach Ostern geht es dann bei den Testläufen für die EM zum ersten Mal so richtig um die Wurst.
Tschüss Schaukelstuhl, Frühlingswald ich komme!
Und wenn es dann halt noch etwas Schnee hat, renne ich trotzdem weiter.

Bild: facebook.com/PWTOrienteering

Tuesday
Feb132018

Planen macht Spass!

2018/02/13

Nicht jeder hat die gleichen Vorlieben: der eine mag den Kaffee schwarz, die andere lieber mit Milch; ob Honig- oder Konfibrot mit oder ohne Butter, die Meinungen gehen auseinander. Was mich betrifft, wähle ich den Kaffee mit ganz viel Milch und Honig mit Butter, das ist klar.
In diesem Beitrag soll es aber nicht um kulinarische Präferenzen gehen, wir werfen den Blick aufs Abendprogramm.

Der Bauch ist gut gefüllt vom Abendessen, das Schoggitäfeli verspeist und jetzt, was machst du?
Ich zücke die Wanderkarte und überlege mir, wo wir am nächsten Tag laufen gehen könnten.
Für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als nach einem dieser Trainingstage auf Teneriffa trotz den müden Beinen vor der ziemlich lädierten Karte auf die Knien zu gehen und zu studieren und abzuschätzen, zu überlegen und nachzulesen… Die Suche nach der optimalen Route ist in vollem Gange. Meine Trainingskollegen vergleichen die Vorschläge mit der unendlichen Strava-Datenbank. Hat diese Route schon mal jemand gemacht und wenn ja, wie schnell? Da wir selbstverständlich nicht alle Trailrunner Teneriffas kennen, muss deren Niveau noch anhand anderer Trainings verglichen werden und dabei kann man ja auch gleich noch abchecken, welche Trails die Masse begeistern und wo man wohl eher alleine unterwegs sein wird.

Zu guter Letzt ist die Route bereit, ein Bild der Karte auf dem Mobiltelefon gespeichert und die Abfahrtszeit festgelegt. Nur noch kurz schlafen, dann kann es losgehen!

Nach etwa einer halben Stunde auf der Autobahn lege ich die Sonnenbrille weg. Ein paar Kilometer später fallen Tropfen auf die Windschutzscheibe, die wir gar nicht bemerken, schliesslich haben wir gerade die Ausfahrt verpasst und müssen uns einen Weg durch die Autobahnkreuze von Santa Cruz de Tenerife bahnen. Als die Scheibenwischer auf höchster Stufe laufen und das Thermometer eher mickrige Langlaufgrade als frühlingshafte Inseltemperaturen anzeigt dämmert es uns langsam. Wir fahren mitten in die berüchtigte Regenwolke hinein, die das Anaga-Gebirge so einzigartig grün werden lässt. Das haben wir bei unserer Planung wohl zu wenig berücksichtigt…

Also gibt es eine elegante Kehrtwendung zurück in den trockenen, sonnigen Süden dieser Atlantikinsel und einen total ungeplanten aber trotzdem schönen Dauerlauf mit Blick aufs Meer (jedenfalls dann, wenn die grauen Regenschwaden uns nicht gerade total eingeschlossen haben, denn auch der Süden hat an diesem Tag seine Ladung Wasser abbekommen).

Selbstverständlich liess ich mich in meinem planerischen Eifer nicht beirren und wiederholte das gleiche Spiel noch ein paar Mal. Gut, waren wir für zehn Tage nach Teneriffa gereist, so realisierte ich bis zuletzt auch noch, dass man wohl am besten am Morgen vors Haus steht, einen kritischen Blick in den Himmel wirft und sich erst dann für eine der drei Routen entscheidet. So gab es am Abend vorher also noch mehr zu planen, umso besser! :)

Die physischen Grundlagen sind nach diesem intensiven und lohnenden Trainingsblock im Süden gelegt, nun werde ich mich auf die technischen Abläufe konzentrieren, wobei die Beine natürlich immer auch mitlaufen werden. Den Auftakt zum Technik-Block bildeten die drei Trainingstage im Tessin vom letzten Wochenende, nächste Woche arbeite ich am Sprint im MOC-Camp in der Nähe von Barcelona bevor ich dann in den Süden Spaniens weiterreise, um mit dem Nationalkader im Küstengelände zu trainieren.
Und ja, dieser Homepageeintrag kommt etwas spät. Ich wollte eben noch die Route fürs Jogging am OL-freien Tag heraussuchen, es gibt da eine schöne Runde im Hinterland von Tarragona...

Bilder: Anina Brunner, Simon Jakob

Saturday
Jan062018

Königlich!

2018/01/06

Was für ein schönes Gefühl, wenn man das Brötchen aufbricht und einem so ein kleiner, weisser Knilch entgegenlacht: Dreikönigskuchen-Königin! Monarchin von und zu Oerlikon für einen Tag...
Ich muss gestehen, fürs Training auf dem Laufband habe ich die Kartonkrone abgelegt, stolz blieb ich aber trotzdem. Die erste intensive Laufeinheit seit der Zerrung konnte ich nämlich wie gewünscht umsetzen und auch wenn es richtig hart war, genoss ich es, zu Fuss wieder schnell unterwegs zu sein.

Der royale Tag geht nun weiter mit Daumendrücken vor der Flimmerkiste bevor Ihre Majestät zur zweiten Trainingseinheit im Hallenbad Oerlikon antreten wird. Ein wenig Aquajoggen kann nicht schaden, ich will ja das neugefundene Laufglück nicht gleich wieder aufs Spiel setzen und schone meine Muskeln zwischendurch lieber mit alternativem Training.

Auf ein königliches 2018,
Julia